19. November 2007
Eine reichlich chaotische Woche, in der das Schreiben so richtig schwer fiel, liegt hinter mir. Am Wochenende war die Aufholjagd angesagt. Natürlich kann ich zur Not am Ende noch Unmengen von Worten schreiben, aber darauf zu bauen, das würde mir Sorge machen.
Dann am Wochenende als ich darauf angewiesen war, Worte zu produzieren, fiel es mir schwer wie selten, überhaupt irgendetwas zu schreiben. Mit jedem nur denkbaren Trick versuchte ich mir selber Worte zu entlocken. Zum Teil wirklich Schrott - aber Worte, die gezählt werden dürfen, am Samstag immerhin 3.700, die auch bitter nötig waren. Schließlich, nach einer regelrechten Qual und den Überlegungen doch aufzugeben, da lief es gestern wieder. Bei knapp 28.000 kann ich doch auch nicht mehr aufgeben, oder?
Plötzlich gibt es eine Wendung in der Geschichte. Das wird eine Freude werden, bei der Überarbeitung. Denn der gute Rafael, der ist jetzt doch nicht mehr ganz so gut. Eher im Gegenteil. Zutiefst böse Anteile machen sich bemerkbar. Aber warum? Was will er? Noch elf Tage, es herauszufinden.
Jetzt bin ich wenigstens wieder im Plan: 32.311 Worte, ein paar mehr, als für den Tag vorgesehen waren. Stolz bin ich jetzt auf mich, dass ich an diesem Wochenende nicht das Handtuch geschmissen habe. Aber eine Frage, die stellt sich mir auch in diesem Jahr wieder: Wie konnte ich nur auf die verrückte Idee kommen, am NaNo teilzunehmen???
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17. November 2007
Der NaNo ist doch immer wieder für Erkenntnisse gut.
1.) Kein Projekt ohne Pausenzeiten.
Die letzten Tage waren dadurch, dass ich mich plötzlich mit ganz anderen Themen beschäftigte, fast eine Qual, aber ich schrieb. Blieb zwar unter dem Durchschnitt, aber trotzdem wollte ich schreiben. Gestern dann, hab ich mir eine Pause gegönnt und merkte, wie das erste Mal seit Tagen Müdigkeit über mich kam. Richtig wohlige Müdigkeit und nicht die Erschöpfung der vergangenen Woche.
2.) Eher kürzere Texte als Romane.
Nun, über die kurzen Texte bin ich sowieso an das Schreiben gekommen und habe es immer geliebt, wie durch Zauberei kleine Szenen entstehen zu lassen. Noch sind vierzehn Tage, um diese “Erkenntnis” zu bestätigen. Oder ist es doch möglich, durch das Aneinanderreihen dieser winzigen Einheiten ein großes Ganzes entstehen zu lassen?
Wie auch immer, der NaNo 2007 wehrt sich heftig. Der Untertitel könnte lauten: “Die Zähmung der widerspenstigen Worte”. Vermutlich ist das aber auch einfach so, dass es schwierig wird, wenn Zeit und Aufmerksamkeit nicht komplett bei der gewählten Aufgabe liegen.
Damit ist dieses Wochenende ein Aufholwochenende, denn am Sonntagabend sollten es schon wenigstens 30.000 Worte sein. D. h. noch 36 Stunden für 5.200 Worte. Das ist zu schaffen.
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7. November 2007
Das ist ein typischer NaNo-Tag mit typischen NaNo-Gedanken.
Eigentlich viel zu müde zum Schreiben. Aber wenn ich nicht schreibe, dann muss ich das aufholen. Also wenigstens ein wenig.
Gut, erst einmal eine halbe Stunde und dann weitergucken. Oh, es ist möglich in der halben Stunde etwas mehr als 900 Worte zu schreiben, dann ist das Tagespensum ja nun nicht mehr so weit.
Also noch eine kleine halbe Stunde. Jetzt sogar 990 Worte - das habe ich ja nun nicht erwartet. Damit ist die heutige Wortzahl mehr als erfüllt.
Aber - da muss die kleine Szene noch fertig geschrieben werden, die Stimmung ist gerade so nah, so greifbar. Noch einmal ein paar Minuten und 180 Worte.
Das macht ein Gesamt von 2.081 Worten heute, obwohl ich fast überlegt hatte, es heute schleifen zu lassen. Und damit vollkommen im Plan 12.452 und 11.667 hätten auch gereicht. Und ein kleiner Sieg über die Müdigkeit war es dann auch noch! Eben ein typischer NaNo-Tag. Irgendwie doch “nur” reine Willenssache.
Und nun - Gute Nacht …
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4. November 2007
Da wollte die NaNo-Seite besonders schön und modern werden und bricht uns nun alle naslang unter der Last zusammen. Mehr Menschen als erwartet haben sich angemeldet und die Server knirschen nicht nur, sondern gehen schlicht in die Kniee. Was aber keinen am Schreiben hindern sollte.
Ein wenig schade ist, dass damit die Zählgimmicks, unsere wunderbaren Grafiken zum Angeben, nicht so wirklich funktionieren. Also nur schnöde Zahlen:
NaNo-Zwischenstand Tag 04 - 6.896 Worte, gut im Plan, nicht besonders viel Puffer.
Wie erhofft, machen die “Helden” was sie wollen. Selbst die Namen, unter denen sie sich vorstellen, machen Sinn, so heißt der “Mann des Tages” Rafael und stellt einen Kreuzritter dar, der nach seinen Reisen mit einer Botschaft der Versöhnung und Verständigung nach Deutschland kommt. Nachdem er sich in den NaNo schrieb, sah ich dann die Bedeutung seines Namens nach und fand “Rafael” = “Es heilt Gott”. Kann es schöner und passender sein?
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2. November 2007
Dieses Jahr das NaNo-Experiment.
2005, da erfuhr ich erst am 01.11., dass es einen NaNo gibt. Startete ahnungslos und frohgemut und produzierte einen ganz witzigen Text.
2006, nun wollte ich es besser machen. Große Vorbereitungen mit einem Plot, Charakterentwürfen und allem, was man so tun soll. Das Ergebnis war - freundlich ausgedrückt - unerfreulich. Seit Mitte November 2006 befinden sich zwei meiner Charaktere immer noch irgendwo in einem Wald und warten darauf, dass die Erschafferin ihrer Welt ihnen dort heraushilft. Diese Erschafferin hat dazu aber weder Ideen noch Lust.
2007, jetzt weiß ich, was ich alles vorbereiten könnte. Viel mehr Theorie und Wissen zum Schreiben im Kopf und trotzdem die ganz bewusste Entscheidung, vollkommen ohne Plan daran zu gehen. Sozusagen durchlässig zu werden für die Geschichte, die geschrieben werden will. Und prompt meldete sich am Vorabend des NaNo eine kleine Idee, die sich dann über Nacht zu einem ganzen Gerüst entwickelte. Charaktere, die die Türe öffnen, mich frech angrinsen und zu sagen scheinen “Hallo, ich gehöre auch in diese Geschichte, jetzt sieh einmal zu, wie du damit fertig wirst.”
Oh ja, Freunde, ich kenne das schon. Ich weiß, wie ihr euch in mein Leben drängelt, Unsinn macht, euch regelrecht verschwört gegen mich und ich arme Schreiberin, die dachte, ich hätte eure Welt erschaffen, kann euch nur noch nachlaufen und bin zur Dokumentatorin eurer Abenteuer degradiert.
Sei’s drum, dieser Monat wird uns gute Zeiten und hoffentlich gute Seiten bescheren.

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14. October 2007
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Ein
Oktobertag - wie gemacht für eine kleine Wanderung. Auf dem Weg
zur Görresburg in Nettersheim.
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Den Hügel hinauf und aufpassen, dass ich nicht im Schlamm ausrutsche. |
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Dann stehe ich vor der Rekonstruktion des Matronenheiligtums. Früher Morgen, noch liegt der Reif auf den Halmen, die Sonne ist vor wenigen Minuten aufgegangen. Krähen, die sich durch mich gestört fühlen, verlassen laut krächzend den Hügel, während in der Ferne eine Kuh vor sich hinmuht.
Ein Moment der Stille und eine kleine Reise in die Vergangenheit. Wer mag hier früher gestanden haben? Wie sahen Rituale und Opfergaben aus? Auch heute noch wird hier geopfert. Kleine Geschenke schmücken immer wieder die Weihesteine, heute sind es Äpfel, bei meinem letzten Besuch waren es Kürbisse.
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13. October 2007
Noch 18 Tage bis zum 01.11.2007, dann startet wieder ein NaNo (NationalNovelWritingMonth). Die Anmeldungen laufen, aus Deutschland bereits über 800 Teilnehmer, werden wir dann den Monat November dazu nutzen, einen Roman mit 50.000 Worten zu schreiben.
Eine unglaubliche Erfahrung, besonders wenn es während des Jahres etwas schwer fällt, die Zeit zum Schreiben zu finden. Und dann - im November, da ist es möglich! Und, JA, es ist möglich, dieses ist das dritte Jahr, in dem ich teilnehmen werde. Leider heißt das nicht, dass es der dritte Roman ist, den ich da schreiben würde.
In meinem ersten Jahr entstand ein halber Roman, 50.000 Worte hatte ich erreicht, dann war der November vorbei und der Roman noch nicht beendet.
Im zweiten Jahr ging ich vorbereiteter an das Ganze heran, Charaktere und Handlungsstränge waren ausgearbeitet aber es kam nicht zu diesem freudigen und spielerischen Schreiben. Während ich mich im ersten Jahr nicht gewundert hätte, wenn meine Figuren plötzlich vor der Tür gestanden hätten und sie die Geschichte die ganze Zeit voran trieben, schlurften sie im zweiten Jahr widerwillig über die Seiten, bis sie sich sozusagen im Wald verirrten und dort bis heute noch verschwunden sind. Die Worte waren geschafft, aber das Ergebnis unsäglich.
Und nun - ein neues Jahr, ein neues Glück und ein neuer NaNo!!!
http://www.nanowrimo.org
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